Ein Teil der gehandelten Zierfische sind auch in der heutigen Zeit noch sogenannte Wildfänge, das heißt die Tiere werden in der Natur gefangen und aus den Herkunftsländern importiert. Vor allem in Südamerika oder aber auch am Malawisee leben sehr viele Familien nur vom Zierfischfang. Der Handel mit den Zierfischen ist hier oft die einzige Einnahmequelle und somit überlebenswichtig zum Erwerb von Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen. Der Handel mit den einzelnen Arten ist heutzutage streng überwacht, es gibt in Brasilien zum Beispiel sogenannte Positivlisten der Ibama (Brasilianische Naturschutzbehörde) auf welcher ersichtlich ist welche Arten gefangen und ausgeführt werden dürfen. Auch die Importsendungen werden an den Flughäfen kontrolliert, damit alles korrekt abläuft. Aus Sichten des Naturschutzes gibt es im Übrigen kaum Bedenken gegen den Fang der für den Import zugelassenen Arten. Im Gegenteil, es hat sich gezeigt, dass diejenigen welche vom Zierfischfang leben nicht auf andere Tätigkeiten ausweichen müssen und die Natur somit indirekt schützen. Hätten diese Menschen die Einkünfte aus dem Fang der Zierfische nämlich nicht, würden sie z.B. den Regenwald roden müssen, um entweder Nahrungsmittel anzubauen oder Weideflächen für Rinder zu schaffen. Auch der Handel mit Tropenhölzern blüht nach wie vor und viele aus der ärmeren einheimischen Bevölkerung suchen illegal nach Gold in den Flüssen und verseuchen ganze Flußabschnitte mit giftigen Quecksilber und zerstören dadurch ihre eigenen Lebensgrundlagen wie Fisch und Trinkwasser. Viele Arten die wir in Deutschland kennen landen auf der anderen Seite der Welt hauptsächlich auf dem Teller. Der Artenvielfalt des Amazonas und seiner Zuflüsse hat all das nie geschadet. In unserer Zeit ist der Regenwald am Amazonas wie auch überall anderswo auf der Welt in größter Gefahr. Das größte Artensterben der Erdgeschichte ist hier bereits in vollem Gange. Neben dem Handel mit illegal geschlagenen Tropenholz und dem Roden riesiger Waldgebiete für den Anbau von z.B. Palmöl und Zuckerrohr besteht allergrößte Gefahr durch gigantische Staudammprojekte. Ein solcher Staudamm namens Belo Monte wird nun am Rio Xingu einem großen Nebenfluß des Amazonas bei Altamira gebaut, trotz weltweiter Proteste ist es eine vollende Tatsache und die Bauarbeiten bereits weit fortgeschritten. Das Projekt das mehr als 500 Quadratkilometer Regenwald überschwemmt soll nach Fertigstellung das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt werden mit unvorhersehbaren Folgen für die dort lebende Bevölkerung und letztlich die Natur. Nicht wenige bekannte Zierfische stammen von hier, vor allem viele der schönsten L-Welse (L 18, L 14, L 15, L 25, L 46, L 82 usw.) kommen edemisch bei Altamira vor. Viele Arten wurden erst vor wenigen Jahre entdeckt und sind teils wissenschaftlich noch unbeschrieben. Sie haben sich an das schnellfließende und sauerstoffreiche Wasser des Rio Xingu im Laufe der Erdgeschichte perfekt angepasst, ein angestauter Fluß bedeutet wohl für all diese Arten in kürzester Zeit den sicheren Tod durch ersticken. Als Wahrzeichen des Rio Xingu gilt bei Aquarianern der Zebrawels (Hypancistrus zebra), der Flußabschnitt in dem diese Welse leben wird wohl bereits im kommenden Jahr kaum mehr Wasser führen und die Art und ihr Biotop werden für immer von der Erde verschwinden. Betrachtet man den Umgang der brasilianischen Regierung mit ihrer ärmeren Landbevölkerung, ihren Indios und ihrer einzigartiger Natur beim Projekt Belo Monte kann man eigentlich nur mit dem Kopf schütteln und weinen. Bei der bevostehenden Fußballweltmeisterschaft sollte man daher besser den Fernseher aus lassen, sämtliche europäische Politiker sollten meiner Ansicht darüber nachdenken jede Zusammenarbeit mit einem solchen menschenverachtenden und naturvernichtenden Land komplett einzustellen. Das Kraftwerk Belo Monte soll erst der erste Schritt sein, etliche dutzend weiterer Staudämme sollen alleine am Rio Xingu und am Sao Felix folgen, daher spricht man bei Belo Monte auch vom Anfang vom Ende. Auch andere Flußsysteme wie den Rio Tapajos haben die Planer bereits fest im Visier.  
Auch wenn aus Sicht des Naturschutzes kaum etwas gegen Wildfänge in der Aquaristik spricht, sollte sich jeder Aquarianer bewusst sein, dass die Fische lange Wege hinter sich haben und daher seinen Fischen allerbeste naturnahe Lebensbedingungen zur Verfügung stellen sollte.
Auf dem Bild sind Zierfischfänger mit herrlichen Süßwasserstechrochen zu sehen. Die Zierfischfänger demonstrierten so gegen den Bau des Belo Monte Staudamms am Rio Xingu, leider ohne jeden Erfolg. Bild mit freundlicher Genehmigung der Plattform Belo Monte, an dieser Stelle hierfür herzlichen Dank.  

Ziefischfänger protestierten mit Rochen gegen Belo Monte